Bereich C 2
Bereich C 2 - Ressourcen mobilisieren PDF E-Mail

Orientierung an ‚person-centered planning’

Dieser Bereich nimmt Fähigkeiten, Kenntnisse und Beziehungen von allen Beteiligten und dem Umfeld in der ganzen vorhandenen Vielfalt in den Blick und nutzt sie für einen aktiven Entwicklungsprozess, für die Verbesserung von Situationen und Perspektiven.

Eine besonders tragfähige Form der Mobilisierung von Ressourcen ist die „Bürgerzentrierte Planung in Unterstützerkreisen“, die z.B. in Form eines Zukunftsfests stattfinden kann (vgl. BOBAN & HINZ 2004, O’BRIEN & O’BRIEN 2000, 2002):

Um eine einladende Person versammelt sich ein Kreis von Menschen, die gemeinsam in den Blick nehmen, wie die Barrieren für das Lernen und die Teilhabe für diese Person abgebaut werden können und wie ggf. Unterstützung durch BürgerInnen für das Leben als BürgerIn dieser Gemeinschaft gewährt wird. Hierfür sind Verfahren wie MAP („Making Action Plans“) und PATH („Planning Alternative Tomorrows with Hope“) entwickelt worden (vgl. z.B. PEARPOINT, O’BRIEN & FOREST 2001).

Da Barrieren für Menschen mit schweren mehrfachen Beeinträchtigungen in der Regel besonders hoch sind, sind hier Unterstützerkreise von besonderer Dringlichkeit (vgl. Beispiele in BOBAN, EHLER & EHLER 2006, HINZ 2007). Selbstverständlich können aber alle Lebenslagen durch die aktive Unterstützung zugewandter Menschen bereichert werden, die z.B. mit einem Zukunftsfest die Gelegenheit erhalten, ‚sich von ihrer besten Seite zu zeigen’. So können das informelle und das formelle Umfeld einer Person oder einer Gruppe durch die Bildung von Netzwerken entscheidend dazu beitragen, mittels zusätzlicher Ressourcen Situationen und Perspektiven zu verbessern (vgl. BOBAN 2005).


Literatur

BOBAN, Ines (2005): Netzwerkbildung durch Unterstützerkreise. In: GEILING, Ute & HINZ, Andreas (Hrsg.): Integrationspädagogik im Diskurs. Auf dem Weg zu einer inklusiven Pädagogik? Bad Heilbrunn: Klinkhardt, 160-163

BOBAN, Ines, EHLER, Jens & EHLER, Ulrike (2005): Persönliche Zukunftsplanung in einem Unterstützerkreis – oder: „Wo keine Hoffnung ist, muss man sie erfinden!“ (Francisco Goya). In: JERG, Jo, ARMBRUSTER, Jürgen & WALTER, Albrecht (Hrsg.): Selbstbestimmung, Assistenz und Teilhabe. Beiträge zur ethischen, politischen und pädagogischen Orientierung in der Behindertenhilfe. Stuttgart: Evangelische Gesellschaft, 157-171

BOBAN, Ines & HINZ, Andreas (2004): Persönliche Zukunftsplanung mit Unterstützerkreisen – ein Schlüsselelement des Lebens mit Unterstützung. In: VERBAND SONDERPÄDAGOGIK (Hrsg.): Grenzen überwinden – Erfahrungen austauschen. Würzburg: Verband Sonderpädagogik, 9-17

HINZ, Andreas (Hrsg.) (2007): Schwere Mehrfachbehinderung und Integration – Herausforderungen, Erfahrungen, Perspektiven. Marburg: Lebenshilfe

O'BRIEN, John & O'BRIEN, Connie Lyle (2000) (Eds.): A little book about Person Centered Planning. Toronto: Inclusion Press

O'BRIEN, John & O'BRIEN, Connie Lyle (2002) (Eds.): Implementing Person-Centered Planning. Voices of Experiences. Toronto: Inclusion Press

PEARPOINT, Jack, O‘BRIEN, John & FOREST, Marsha (2001): PATH: Planning Alternative Tomorrows with Hope. A Workbook for Planning Possible Positive Futures. Toronto: Inclusion Press

Letzte Aktualisierung ( 10. March 2011 )